Joachim Grzega’s Blog

17. April 2012

Handbuch zur Historischen Soziolinguistik erschienen

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Für alle, die sprachhistorisch interessiert, sei auf ein neues schönes Handbuch verwiesen, zu dem auch ich auf Grund meiner Arbeiten zur Onomasiologie einen Beitrag leisten durfte. Es ist im Wiley-Blackwell-Verlag erschienen und trägt den Titel Handbook of Historical Sociolinguistics.

10. November 2011

Von Klammeraffen und Gänsefüßchen: Kultur und Kognition im Spiegel der Satz- und Sonderzeichen

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Man mag es auf den ersten Blick nicht glauben. Aber auch Namen für Satzzeichen und Sonderzeichen einen interessanten Einblick in die Denkweise von Sprechern geben, gerade wenn sie die Bezeichnung nicht sicher beherrschen. Mit diesem Thema habe ich mich vor einigen Jahren im Aufsatz beschäftigt. Ich habe Namen für Satzzeichen in der deutschen Sprachgeschichte gesammelt. Dabei haben die Satzzeichenbenenennungen gezeigt, dass sich Kulturwandel in Bezeichnungswandel bzw. in Veränderungen von Bezeichnungspräferenzen niederschlagen kann. Der augenblickliche Kulturwandel (weiterlesen…)

5. November 2011

Auch in formellen Situationen: Österreichisches Deutsch ≠ Deutsches Deutsch ≠ Bayerisches Deutsch

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In meinen ersten Jahren als Wissenschaftler war – nicht zuletzt durch ein Semester Studium in Graz – das Österreichische Deutsch einer meiner Forschungsschwerpunkte. In der Tat verdanke ich meinem Grazer akademischen Lehrer Rudolf Muhr meine erste Publikation – er hat die Hauptseminararbeit, die ich in seinem Kurs verfasst habe, in einen von ihm herausgegebenen Sammelband aufgenommen. Es folgten eine Reihe weiterer Aufsätze. Dabei habe ich stets versucht aufzuzeigen, dass das Österreichische Deutsch im Bereich des Wortbestandes, des Wortgebrauchs und der Kommunikationsstrategien eine eigene Standardvarietät darstellt, die sich auch vom süddeutschen Standard unterscheidet. Gerade der Bereich des Wortgebrauchs und der Kommunikationsstrategien fristete in den 1990er und frühen 2000er Jahren noch ein Mauerblümchen-Dasein. Grundsätzlich war zu beobachten, dass (weiterlesen…)

4. November 2011

10 Jahre Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch

Während Populärwissenschaft hauptsächlich bereits veröffentlichte Fachartikel in eine allgemein verständliche Sprache zu übersetzen versucht, habe ich vor 10 Jahren zum ersten Mal angestrebt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse gleich bei der Erstveröffentlichung so zu präsentieren, dass sie einem breiteren Publikum zugänglich sind. Schon damals habe ich versucht auch die Studierenden mit einzubinden. Es wurden mehrere (Klein-)Studien durchgeführt, die ich dann zu einem Werk mit dem Titel Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch: 7 aktuelle Studien für alle Sprachinteressierten (Aachen: Shaker 2001) zusammengetragen habe. Die einzelnen Beiträge werden hier nochmal in knappster Form zusammengefasst. (weiterlesen…)

3. November 2011

Okzitanisch als Gebersprache für Entlehnungen aus dem europäischen Mittelalter?

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Ich liebe Wörter und Wortgeschichten. Zusätzlich ist die Eurolinguistik eines meiner Forschungsgebiete. Wer sich auch nur oberflächlich mit anderen Sprachen befasst hat (z.B. durch das Lesen von Schildern und Speisekarten im Ausland), wird leicht feststellen, dass es Wörter gibt, die in mehreren Sprachen auftauchen, sog. Internationalismen. Viele europäische (oder westliche) Internationalismen stammen aus dem Lateinischen (z.B. international, global), Französischen (z.B. Café, Restaurant, Bistro) und Englischen (z.B. Show, Camping, Radio). Zu einem geringeren Teil kommen Internationalismen aus dem Italienischen (z.B. Pizza, Oper), Arabischen (z.B. Algebra, Ziffer) und Deutschen (z.B. Lager(bier)).

Nun war im Mittelalter das Okzitanische/Provenzalische eine sehr prestigeträchtigste Sprache (vor allem im schöngeistigen Bereich, etwa die Troubadourlyrik). Daher habe ich mir 2007 die Frage gestellt, ob sich in Europa nicht auch Internationalismen okzitanischer Herkunft finden lassen – zumindest in den Ländern, die man seinerzeit zum europäischen Kulturkreis zählen konnte. (weiterlesen…)

2. November 2011

Studie zur Frage des keltischen Einflusses im alpinen und norditalienischen Raum

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Gestern habe ich mein akademisches Meisterstück (die Habilitation) zusammengefasst. Heute will ich berichten, was ich in meinem akademischen Gesellenstück, der Doktorarbeit, untersucht und herausgefunden habe. Die Arbeit trägt den Titel Romania Gallica Cisalpina: Etymologische-geolinguistische Studien zu den oberitalienisch-rätoromanischen Keltizismen. Der Stil des Titels entspricht akademischen Gepflogenheiten. Er sollte dem Nicht-Sprachwissenschaftler erst einmal kurz erläutert werden. (weiterlesen…)

1. November 2011

Bezeichnungswandel – wie, warum, wozu? Eine Zusammenfassung

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Seit Bestehen dieses Blogs habe ich versucht, meine jeweils aktuellen Publikationen auch kurz so zusammenfassen, dass die Forschungsergebnisse für eine breitere Öffentlichkeit verständlich und damit zugänglich sind. Dazu hat nach meinem Selbstverständnis die Bevölkerung, die uns mit über Steuern zahlt, ein Recht. Diese Art der Wissensvermittlung möchte ich in unregelmäßigen Abständen nun auch für meine älteren Publikationen nachholen. Beginnen möchte ich dabei mit meiner Habilitationsschrift (dem akademischen Meisterstück, wenn man die Doktorarbeit als akademischen Gesellenstück verstehen will). (weiterlesen…)

1. Juli 2011

Mein Einführungswerk in die Linguistik ist erschienen

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Mein sprachwissenschaftliches Einführungswerk ist nun bei LINCOM erschienen. Der vollständige Titel lautet: Introduction to Linguistics from a Global Perspective: An Alternative Approach to Language and Languages. Das Werk ist aus über 10 Jahre langer Unterrichtspraxis entstanden. Diese allgemeine Einführung wendet sich sowohl an Anglistik- als auch an Europa-Studierende sowie Studierende, die Linguistik nur im  Nebenfach belegen (z.B. Studierende der Psychologie, Journalistik, Geographie, Literaturwissenschaft, Informatik, Kulturwissenschaft, Ökonomie). Sprachbeispiele entstammen (weiterlesen…)

10. August 2010

Wenn die Übersetzung auf Speisekarten misslingt…

Einsortiert unter: Eurolinguistik, Lexikologie — Schlagworte: — grzega @ 20:12

Auf bild.de sind ein paar unterhaltsame Übersetzungsfehler auf Speisekarten gesammelt worden. Viel Vergnügen!

22. April 2009

Linguistische Wanderungen – erstes Feedback

Einsortiert unter: Eurolinguistik, Lexikologie, Sprachgeschichte — Schlagworte: , — grzega @ 08:55

Ich hatte meine erste Sitzung „Wanderungen durch die europäische Wortschatzgeschichte“. Wir sind in die Cafeteria gegangen, alle haben sich ein Getränk (und z.T. eine Breze) genommen. Dann haben wir uns angeschaut, was wir da eigentlich trinken, woher die Dinge kommen und wie sie in verschiedenen europäischen Sprachen bezeichnet werden. Dabei sind den TeilnehmerInnen (deren Zahl ich auf 10 beschränkt hatte) auch ganz andere Assoziationen und Fragen gekommen, die sie auch gleich stellen durften und die gemeinsam beantwortet wurden. Erstes Feedback der Teilnehmer:

- Die lockere Atmosphäre erlaubt, dass man auch auf andere ganz Fragestellungen kommt. Und gut, dass diese auch gleich beantwortet werden.

- Bei der Atmosphäre und dem Gesprächsstil merkt man sich Dinge besser.

- Gut, dass man so Sprache nicht isoliert und trocken betrachtet, sondern mit ständig mit Kultur in Verbindung bringt.

Ich freue mich schon auf die nächste Sitzung.

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