Für alle, die sprachhistorisch interessiert, sei auf ein neues schönes Handbuch verwiesen, zu dem auch ich auf Grund meiner Arbeiten zur Onomasiologie einen Beitrag leisten durfte. Es ist im Wiley-Blackwell-Verlag erschienen und trägt den Titel Handbook of Historical Sociolinguistics.
17. April 2012
21. Februar 2012
Internationaler Tag der Muttersprache
Der 21. Februar ist der UNESCO-Tag der Muttersprache. Da stellt sich als erstes, was mit Muttersprache gemeint ist. Wenn wir etwa Deutsch nennen, dann denken viele an die Standardform des Deutschen; eine nicht geringe Zahl von Deutschen wird aber nicht oder nicht nur die Standardsprache von der Mutter gehört haben, sondern den Heimatdialekt bzw. eine Form des Standarddeutschen mit regionaler Färbung. (In manchen Fällen wird die Standardsprache tatsächlich die Muttersprache und der Dialekt die Vatersprache gewesen sein). Und viele denken bei Muttersprache auch gar nicht daran, dass es in ihrem eigenen Land viele Menschen gibt, die eine andere Muttersprache haben als sie selbst. Daher hier ein Beitrag zu zwei Aspekten: (1) Nicht-Standard-Formen in Deutschland, (2) (Standard-)Muttersprachen in Europa.
10. November 2011
Von Klammeraffen und Gänsefüßchen: Kultur und Kognition im Spiegel der Satz- und Sonderzeichen
Man mag es auf den ersten Blick nicht glauben. Aber auch Namen für Satzzeichen und Sonderzeichen einen interessanten Einblick in die Denkweise von Sprechern geben, gerade wenn sie die Bezeichnung nicht sicher beherrschen. Mit diesem Thema habe ich mich vor einigen Jahren im Aufsatz beschäftigt. Ich habe Namen für Satzzeichen in der deutschen Sprachgeschichte gesammelt. Dabei haben die Satzzeichenbenenennungen gezeigt, dass sich Kulturwandel in Bezeichnungswandel bzw. in Veränderungen von Bezeichnungspräferenzen niederschlagen kann. Der augenblickliche Kulturwandel (weiterlesen…)
4. November 2011
10 Jahre Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch
Während Populärwissenschaft hauptsächlich bereits veröffentlichte Fachartikel in eine allgemein verständliche Sprache zu übersetzen versucht, habe ich vor 10 Jahren zum ersten Mal angestrebt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse gleich bei der Erstveröffentlichung so zu präsentieren, dass sie einem breiteren Publikum zugänglich sind. Schon damals habe ich versucht auch die Studierenden mit einzubinden. Es wurden mehrere (Klein-)Studien durchgeführt, die ich dann zu einem Werk mit dem Titel Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch: 7 aktuelle Studien für alle Sprachinteressierten (Aachen: Shaker 2001) zusammengetragen habe. Die einzelnen Beiträge werden hier nochmal in knappster Form zusammengefasst. (weiterlesen…)
3. November 2011
Okzitanisch als Gebersprache für Entlehnungen aus dem europäischen Mittelalter?
Ich liebe Wörter und Wortgeschichten. Zusätzlich ist die Eurolinguistik eines meiner Forschungsgebiete. Wer sich auch nur oberflächlich mit anderen Sprachen befasst hat (z.B. durch das Lesen von Schildern und Speisekarten im Ausland), wird leicht feststellen, dass es Wörter gibt, die in mehreren Sprachen auftauchen, sog. Internationalismen. Viele europäische (oder westliche) Internationalismen stammen aus dem Lateinischen (z.B. international, global), Französischen (z.B. Café, Restaurant, Bistro) und Englischen (z.B. Show, Camping, Radio). Zu einem geringeren Teil kommen Internationalismen aus dem Italienischen (z.B. Pizza, Oper), Arabischen (z.B. Algebra, Ziffer) und Deutschen (z.B. Lager(bier)).
Nun war im Mittelalter das Okzitanische/Provenzalische eine sehr prestigeträchtigste Sprache (vor allem im schöngeistigen Bereich, etwa die Troubadourlyrik). Daher habe ich mir 2007 die Frage gestellt, ob sich in Europa nicht auch Internationalismen okzitanischer Herkunft finden lassen – zumindest in den Ländern, die man seinerzeit zum europäischen Kulturkreis zählen konnte. (weiterlesen…)
2. November 2011
Studie zur Frage des keltischen Einflusses im alpinen und norditalienischen Raum
Gestern habe ich mein akademisches Meisterstück (die Habilitation) zusammengefasst. Heute will ich berichten, was ich in meinem akademischen Gesellenstück, der Doktorarbeit, untersucht und herausgefunden habe. Die Arbeit trägt den Titel Romania Gallica Cisalpina: Etymologische-geolinguistische Studien zu den oberitalienisch-rätoromanischen Keltizismen. Der Stil des Titels entspricht akademischen Gepflogenheiten. Er sollte dem Nicht-Sprachwissenschaftler erst einmal kurz erläutert werden. (weiterlesen…)
1. November 2011
Bezeichnungswandel – wie, warum, wozu? Eine Zusammenfassung
Seit Bestehen dieses Blogs habe ich versucht, meine jeweils aktuellen Publikationen auch kurz so zusammenfassen, dass die Forschungsergebnisse für eine breitere Öffentlichkeit verständlich und damit zugänglich sind. Dazu hat nach meinem Selbstverständnis die Bevölkerung, die uns mit über Steuern zahlt, ein Recht. Diese Art der Wissensvermittlung möchte ich in unregelmäßigen Abständen nun auch für meine älteren Publikationen nachholen. Beginnen möchte ich dabei mit meiner Habilitationsschrift (dem akademischen Meisterstück, wenn man die Doktorarbeit als akademischen Gesellenstück verstehen will). (weiterlesen…)
23. August 2011
Neues Handbuch für eurolinguistische Fragen
Ein neues DeGruyter-Handbuch, das speziell für Eurolinguisten relevant sein dürfte, ist nun erschienen: The Languages and Linguistics of Europe — A Comprehensive Guide, herausgegeben von Bernd Kortmann und Johan van der Auwera. Ich hatte die Ehre, darin den Beitrag “Language and the School: European Perspectives” veröffentlichen zu dürfen. (weiterlesen…)
21. September 2010
LdL in der Vermittlung von Wissenstransferkompetenz
Vor einigen Tagen habe ich auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik mit Videoausschnitten aus meinen eigenen Kursen LdL vorgestellt. Damit sollte gezeigt werden, dass LdL eine effektive und effiziente Methode ist, um Studierenden Kompetenzen in der fachinternen Kommunikation und in der Experten-Laien-Kommunikation (in anderen Worten: Wissenstransferkompetenz) zu vermitteln. (weiterlesen…)
8. Juni 2010
Lena Meyer-Landruts Sprache
Zu ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest kann man Lena nur gratulieren. Eine Reihe von Deutschen hält Lenas vermeintlich authentisches Englisch als mitverantwortlich für ihren Sieg. Nachahmung bei vielen Teenagern ist zu erwarten. Hier jedoch zwei Beiträge, die Lenas tatsächlich uneinheitliches Englisch kritisch beleuchten (und mit dem Englisch-Lehrer sich vertraut machen sollten und worüber sie mit ihren Schülern kritisch diskutieren mögen) (weiterlesen…)