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	<title>Joachim Grzega's Blog</title>
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		<title>50 Jahre Pumuckl: Linguistischer Animator für Kinder</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 23:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich versucht linguistische Aspekte mit dem 80. Geburtstag der Weissmuller-Tarzan-Filme, dem 50. Geburtstag der Winnetou-Filme und dem 50. Geburtstag der James-Bond-Filme zu verknüpfen. Noch einer feiert dieses Jahr seinen 50. Geburtstag, auch wenn man es kaum glauben mag: Pumuckl. Als Kind lernte ich ihn erst auf Schallplatten, ab 1982 dann auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=480&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit habe ich versucht linguistische Aspekte mit dem 80. Geburtstag der Weissmuller-Tarzan-Filme, dem 50. Geburtstag der Winnetou-Filme und dem 50. Geburtstag der James-Bond-Filme zu verknüpfen. Noch einer feiert dieses Jahr seinen 50. Geburtstag, auch wenn man es kaum glauben mag: Pumuckl. Als Kind lernte ich ihn erst auf Schallplatten, ab 1982 dann auch im Fernsehen kennen. Pumuckl war vermutlich sogar der erste, der mich mit seinen Sprüchen zu linguistischen Reflexionen animierte – auch wenn ich es damals anders ausgedrückt hätte. <span id="more-480"></span><br />
Unter den Zitaten, die mich seinerzeit anregten, mir über erste Gedanken über die Zusammensetzung von Wörtern zu machen, sind diese (in Klammern die entsprechende Folge):</p>
<ul>
<li>Ständig anständig ist für Kobolde sehr unanständig. (Folge 1: Spuk in der Werkstatt)</li>
<li>Ich kann höchstens vor Wut kochen, aber davon wird ja ein Tee auch nicht warm.  (Die abergläubische Putzfrau)</li>
<li>Lehrer: Vielleicht kannst Du mir auch von alleine die fünf bayerischen Alpenrandseen aufzählen. / Peter: Kochelsee. Äh. Und. Königssee. / Lehrer: Bisserl schneller. / Pumuckl (flüstert): Badewannensee. / Lehrer: Nicht einsagen! / Peter: Wannensee? / Lehrer: Wie? Wannensee? Du meinst wohl Walchensee. / Peter: Ja. / Lehrer: Na, weiter. / Pumuckl: Meister-Eder-See. / Peter: Edersee. / Lehrer: Edersee? Du meinst wohl Tegernsee.  (Pumuckl in der Schule)</li>
<li>Eder (liest den Brief vom Bauernhof vor): Sehr geehrter Herr Eder, vielen Dank für ihren Brief. Wir haben ein Zimmer für Sie reserviert&#8230; / Pumuckl: Wieso &#8222;reser-viert&#8220; &#8211; wir sind doch zwei und nicht vier. / Eder: aufgehoben, ein Zimmer &#8230; Sie können das Zimmer haben und ich halte es für Sie offen. / Pumuckl: Tse, was? Die Türe lassen die offen, oho hehe, das ist mir zu zugig. (Pumuckl macht Ferien)</li>
<li>Eder: Die Eier, die müssen getrennt werden. Jo meiomeiomei. / Pumuckl: Ja da musst du doch nicht seufzen, des ist doch ganz einfach: wir legen ein Ei auf den Tisch und ein Ei auf die Kommode und schon sind sie getrennt. (Pumuckl und der Pudding)</li>
<li>Locken? Locken können mich gar nicht locken. (Eder bekommt Besuch)</li>
<li>Buchstaben: Was ein Buch ist, das weiß ich ja, aber was ist &#8211; was ist eigentlich ein Stabe? Du du, ich will Staben lernen; Buchstaben und Zeitungsstaben und alle Staben die es gibt. (Die geheimnisvollen Briefe)</li>
<li>Pumuckl: Ostersuchtag / Eder: Ostersonntag heißt des. / Pumuckl: Aber wenn sich aber doch niemand sonnt, sondern jeder sucht. (Pumuckl und die Ostereier)</li>
<li>Pumuckl: Du bist auch für Rache? / Eder: Ja, ja ich bin auch für Rache. / Pumuckl: Oh dann wollen wir auf der Stelle rachen. / Eder: rächen / Pumuckl: Ich bin zu jeder Räche bereit. / Eder: Rache (Der erste April)</li>
<li>Hier werden Wellen wallen wollen, dass es eine wahre Wellenwallenwonne ist. (Pumuckl und die Gummiente)</li>
<li>Eder: Des wird pfundig. / Pumuckl: Ja, ja das wird mehr als pfundig, des, das wird ja gleich direkt kilogrammig. (Pumuckl und die Gummiente)</li>
<li>Eder: Ja des is ja, ja des is ja Mausdreck. Ja sowas, ja des geht mir grad noch ab. / Pumuckl: Also ich glaube nicht, daß dir das abgeht, sondern ich glaub eher, daß das der Maus abgeht. (Pumuckl und die Maus)</li>
<li>Eder:&#8230; und dann wirst pitschnass, und wir haben die Bescherung. / Pumuckl: Oh, ich mag aber Bescherungen sehr gern. Weil, weil weil man da immer was geschenkt bekommt. / Eder: In dem Fall kriegst aber nix geschenkt. Außer einem pfunds Katarrh. / Pumuckl: Ein pfunds &#8230; Du was ist das ein pfunds Katarrh? /Eder: Ein pfunds Katarrh ist eine unangenehme Erkältung &#8230; [...] Wenn man an Katarrh hat, dann läuft die Nasen andauernd. / Pumuckl: Also meine Nase, meine Nase nicht. Meine Nase kann überhaupt nicht laufen, weil sie keine Füße und sowas hat. (Pumuckl und der Schnupfen)</li>
<li>Eder: Wir essen Wurst, und Senf dazu und und Brot&#8230; / Pumuckl: Und Brot! / Eder: Und und du kriegst die Brösel. / Pumuckl: Brösel! Brööö &#8230;! Was ist das, Brösel? / Eder: Äh, Brösel sind Brotkrumen. / Pumuckl: Krummen. Ich mag kein krummes Brot. Ich mag ein grades Brot. / Eder: Also gut, du kriegst ein grades Brot. (Pumuckl und die geheimnisvolle Schaukel)</li>
<li>Da steht ja die schöne Dufteschachtel gleich neben der schönen Gutschmeckebüchse. (Das Parfümfläschen)</li>
<li>Und aus dem Pumuckl-Lied: Pumuckl neckt, Pumuckl versteckt und niemand was meckt.</li>
</ul>
<p>Weitere Pumuckl-Zitate finden sich hier: http://www.pumucklhomepage.de/phf01.html#zitate</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/grzega.wordpress.com/480/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/grzega.wordpress.com/480/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=480&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Handbuch-Artikel zur Wissenschaftsrhetorik erschienen</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 17:32:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bea Klüsener]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftsrhetorik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der letzte Band der Enzyklopädie Historisches Wörterbuch der Rhetorik, herausgegeben von Gert Ueding mit Unterstützung von Gregor Kalivoda und anderen, ist nun bei De Gruyter erschienen. Der vorletzte Artikel des Wörterbuchs stammt von Bea Klüsener und mir und behandelt das Stichwort Wissenschaftsrhetorik (Bd. 10, S. 1486-1508).<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=477&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Band der Enzyklopädie <a title="HWRh" href="http://www.uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/philosophie-rhetorik-medien/seminar-fuer-allgemeine-rhetorik/projekte/historisches-woerterbuch-der-rhetorik.html" target="_blank"><em>Historisches Wörterbuch der Rhetorik</em></a>, herausgegeben von Gert Ueding mit Unterstützung von Gregor Kalivoda und anderen, ist nun bei De Gruyter erschienen. Der vorletzte Artikel des Wörterbuchs stammt von Bea Klüsener und mir und behandelt das Stichwort <em>Wissenschaftsrhetorik</em> (Bd. 10, S. 1486-1508).</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/grzega.wordpress.com/477/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/grzega.wordpress.com/477/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=477&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>50 Jahre James-Bond-Filme</title>
		<link>http://grzega.wordpress.com/2012/01/03/50-jahre-james-bond-filme/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 22:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bond]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwar gab es bereits 1954 einen ersten James-Bond-Film mit Barry Nelson, doch sind es die seit 1962 von EON produzierten Filme mit Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan, die James Bond zu einem Mythos des 20. Jahrhunderts gemacht haben. Die jüngeren Filme mit Daniel Craig sind keine typischen James-Bond-Filme mehr; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=473&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar gab es bereits 1954 einen ersten James-Bond-Film mit Barry Nelson, doch sind es die seit 1962 von EON produzierten Filme mit Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan, die James Bond zu einem Mythos des 20. Jahrhunderts gemacht haben. Die jüngeren Filme mit Daniel Craig sind keine typischen James-Bond-Filme mehr; ob man sich an sie später noch erinnern wird, bleibt abzuwarten. Die Craig-Filmen sind deutlich brutaler als die vorhergehenden Filme. Außerdem fehlen einige Elemente. Es gibt beispielsweise kaum Humor, keine Miss Moneypenny und keinen Q und auch keine Bestellung nach Wodka Martini, geschüttelt, nicht gerührt. Man muss allerdings zugeben, dass sowohl der Drink als auch der typische James-Bond-Spruch in den älteren Filmen ebenfalls nicht durchgängig präsent war&#8230;</p>
<p><span id="more-473"></span></p>
<p><strong>1. “Wodka Martini geschüttelt, nicht gerührt”</strong></p>
<p>In vielen Fällen bestellt Bond einen “Wodka Martini geschüttelt, nicht gerührt”, beileibe aber nicht in allen. Im ersten Film <em>Dr. No </em>(1962) heißt es noch “ Wodka Martini trocken &#8230; nicht umgerührt” (vom Zimmerkellner gesprochen; Min. 24). Das Wort <em>geschüttelt </em>kommt nicht vor. In <em>Goldfinger </em>(1964) heißt es in Min. 54 nur “einen Martini geschüttelt, nicht gerührt”. Ähnlich gibt es für Bond im Film <em>Im Geheimdienst ihrer Majestät </em>(1969) vom zukünftigen Schwiegervater Draco nur einen “Martini &#8230; geschüttelt, nicht gerührt” (Min. 22). In <em>Moonraker</em> (1979) kredenzt Agentin Manuela Bond einen “Wodka Martini, geschüttelt, nicht gequirlt” (Min. 56). In <em>Lizenz zum Töten </em>(1989) bestellt er einen “Medium Dry Martini &#8230; geschüttelt, nicht gerührt” (Min. 64). In <em>Man lebt nur zweimal </em>(1967) bezeichnet es Bond aus heutiger Sicht überraschenderweise als “Vollkommen.”, als ihm sein Kontaktmann in Japan einen Drink “gerührt, nicht geshaket” (Min. 21) überreicht. In <em>Liebesgrüße aus Moskau </em>(1963), <em>Feuerball </em>(1965), <em>Diamantenfieber </em>(1971), <em>Leben und sterben lassen </em>(1973), <em>Der Mann mit dem goldenen Gold </em>(1974), <em>In tödlicher Mission </em>(1981) und <em>Der Hauch des Todes </em>(1987) kommt der Spruch, soweit ich sehe, gar nicht vor. In <em>Casino Royale </em>(2006) ist das Zitat eingebaut, als der Kellner Bond fragt: “Geschüttelt oder gerührt?” Bond allerdings antwortet: “Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?”.</p>
<p><strong>2. “Mein Name ist Bond, James Bond.”</strong></p>
<p>Auch dieses zum kulturellen westlichen Wissen gehörende Bond-Zitat taucht in den Filmen weit weniger auf, als man annehmen mag. In dieser Vollversion wird es zum ersten Mal erst 1969 von Lazenby gesagt (<em>Im Geheimdienst ihrer Majestät</em>, Min. 5). Die Kurzversion “Bond, James Bond” taucht im ersten Bond auf, allerdings ist dies nur die Satzbau-Kopie einer zuvor getätigten Äußerung von Bonds Gesprächspartnerin am Spieltisch (Min. 8).</p>
<blockquote><p>James: “Ich bewundere Ihren Mut, Miss &#8230;”</p>
<p>Silvia: “Trench &#8230; Silvia Trench. Ich bewundere Ihr Glück, Mister &#8230;”</p>
<p>James: “Bond &#8230; James Bond” (das ist dann auch der Augenblick, wo wir Bond, gespielt von Connery, zum ersten Mal sehen).</p></blockquote>
<p>Selbst diese Kurzform kommt in den 007-Filmen vor Lazenby nur noch in <em>Goldfinger </em>(1964) vor. Die Kurzversion findet sich als alleinige Form außerdem in den beiden Timothy-Dalton-Episoden (<em>Hauch des Todes</em>, 1987, und <em>Lizenz zum Töten</em>, 1989) auf. Ansonsten erfolgt in allen Bond-Filmen ab 1969 die Vorstellung in der Vollform des Zitats, selbst in <em>Casino Royale </em>(2006) – hier ist es der letzte Satz des Films.</p>
<p><strong>3. Wer rüstet Bond aus?</strong></p>
<p>Die Antwort, die ebenfalls zum kulturellen Wissen der westlichen Welt gehört, lautet &#8230; Q. Meist verbunden wird das Bild von Q mit Desmond Llewellyn, jenem Schauspieler, der in mehr James-Bond-Filmen mitgespielt hat als jeder andere Akteur. Aber so einfach geben das die sprachlichen Befunde nicht her. Im ersten Bond gibt es nur einen <em>Major Boothroyd </em>(im Orig. auch als Waffenmeister tituliert), der von Peter Burton gespielt wird. Desmond Llewelyn taucht erst im zweiten Bond-Film als Waffenmeister auf, im dritten dann mit dem Agentennamen Q. Dass Major Boothroyd und Q dieselbe Person sind, erfährt die Bond-Seher in <em>Der Spion, der mich liebte </em>(1977), als die russische Partnerin von 007 Q auf diese Weise anspricht. Wie gesagt: ab <em>Goldfinger </em>ist dann im Original von Q [kju:] die Rede. Im Deutschen wurde dies seltsamerweise als K übersetzt. Ab <em>Goldfinger</em> wird dann auch im Deutschen Q verwendet – allerdings, wie damals üblich, in der deutschen Form: [ku:] (<em>Jamaika </em>wird daher in <em>Dr. No </em>auch mit <em>j- </em>statt mit <em>dsch-</em> gesprochen). Diese Aussprache hört man bis 1977 in <em>Der Spion, der mich liebte</em>. Manchmal allerdings wird Q gar nicht mit Agentennamen angesprochen. Einmal hört man hingegen seinen Agentennamen in <em>Leben und sterben lassen </em>(1973), obwohl er dort gar nicht in Erscheinung tritt, (aber Bond berichtet von ihm; Min. 11).Ab 1979 (<em>Moonraker</em>) hört man Bond [kju:] sagen. Dazu passt, dass auch in anderen Spielfilmen bis in die 1970er Jahre hinein amerikanische Buchstaben-Eigennamen eingedeutscht wurden, während der Fiesling in <em>Dallas</em>, das zum ersten Mal 1981 in Deutschland ausgestrahlt wurde nicht <em>Jot-Err </em>hieß, sondern <em>Dschey-Aar</em>.</p>
<p><strong>4. Frauen in sprachlicher Hinsicht</strong></p>
<p>In den Bond-Filmen tragen die Frauen eine reine von witzigen, teilweise anzüglichen Namen.</p>
<ul>
<li>Honey Ryder ‘Honigsüße Reiterin’ in <em>Dr. No </em>(erscheint so bereits im Roman)</li>
<li>Pussy Galore ‘Muschi en Masse’ in <em>Goldfinger </em>(erscheint so bereits im Roman)</li>
<li>Kissy Suzuki ‘Küsschen Suzuki’ in <em>Man lebt nur zweimal </em>(erscheint so bereits im Roman)</li>
<li>Penny O’Toole ‘Penny Werkzeug’ (im Original Plenty O’Toole ‘Viel Werkzeug’) in <em>Diamantenfieber</em></li>
<li>Tiffany Case ‘Tiffany-Etui’ in <em>Diamantenfieber </em>(erscheint so bereits im Roman)</li>
<li>Mary Goodnight ‘Maria Gutnacht’ in <em>Leben und sterben lassen</em></li>
<li>Hasch-Mich in <em>Der Mann mit dem goldenen Colt</em>, im Original Chew-Me ‘Kau-Mich’</li>
<li>Lisl von Schlaf in <em>In tödlicher Mission</em></li>
<li>Octopussy in <em>Octopussy </em>(erscheint so bereits im Roman)</li>
<li>Xenia Onatopp ‘Xenia Oben’ in <em>Lizenz zum Töten</em></li>
<li>Miranda Frost in <em>Stirb an einem anderen Tag</em></li>
</ul>
<p>Genderlinguistisch ist interessant, dass Bond in <em>Lizenz zum Töten </em>(1989) seiner Partnerin dem Hotelangestellten gegenüber die Rolle der Privatsekretärin andichtet und sie als <em>Miss Kennedy </em>vorstellt. Sie besteht nach dem Weggang des Hotelangestellten darauf, dass Bond sie als <em>Ms.</em> (mit stimmhaften “S” am Ende) vorstellen solle. Die amerikanisch politisch korrekte Form für eine Frau, bei der der Familienstand unwichtig ist, bzw. eine Frau, bei der man den Familienstand noch nicht kennt. Im ersten Bond-Film hatte Dr. No Honey Ryder noch keines Blickes gewürdet. Das kann aber auch eine stereotype Wiedergabe der chinesischen Höflichkeitskonventionen gewesen sein (schließlich werden die chinesischen Damen stereotypisch als für unsere Begriffe extrem höflich dargestellt, hier sogar in einer ironischen Höflichkeit, da James und Honey ja umgebracht werden sollen).</p>
<p><strong>5. Farbige in sprachlicher Hinsicht</strong></p>
<p>Farbige sprechen sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Version mit Sprachfehlern – in der deutschen Version selbst dann, wenn sie es im Original nicht tun. Etwa in Minute 26 von <em>Dr. No</em>, als Bond eine Farbige fragt, wo er Quarrel finden könne. Die Frau antwortet im Original: “Him!”, kurz für “That’s him!”, wörtlich ‘Das ist er!’. Im Deutschen sagt sie dagegen: “Quarrel da!”. Auch Quarrel selbst muss im Original in Nicht-Standard-Sprache sprechen. Das muss er bei seinem zweiten Auftritt in <em>Live and Let Die </em>(1973) allerdings nicht mehr tun.</p>
<p><strong>6. Bonds Fremdsprachenkenntnisse</strong></p>
<p>In <em>Man lebt nur zweimal </em>sagt er, dass er in Oxford Sprachen studiert hätte. Und in der Tat kann er sich in einer Reihe von Sprachen zumindest auf Basis-Niveau verständlich machen, unter anderem Französisch, Italienisch, Griechisch, Arabisch, Japanisch, Chinesisch und im englischen Original auch Deutsch (<em>In tödlicher Mission</em>, 1981).</p>
<p>Bonds Fremdsprachenkenntnisse können also für alle Europäer ein Anreiz sein, hier noch ein wenig Lernaufwand zu betreiben, um so ein paar spannende Momente in fremden Kulturen erleben zu können.</p>
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		<title>50 Jahre Winnetou-Filme</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 22:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Winnetou]]></category>

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		<description><![CDATA[2012 gedenken wir nicht nur Karl Mays 170. Geburtstag und 100. Todestag. Sondern wir gedenken auch des 50. Geburtstages des Winnetou in den von Horst Wendlandt produzierten und Harald G. Petersson geschriebenen Filmen. 1962 trat er zum ersten Mal im Film Der Schatz im Silbersee (S) auf. Ein Jahr später folgte Winnetou 1. Teil (W). [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=469&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2012 gedenken wir nicht nur Karl Mays 170. Geburtstag und 100. Todestag. Sondern wir gedenken auch des 50. Geburtstages des Winnetou in den von Horst Wendlandt produzierten und Harald G. Petersson geschriebenen Filmen. 1962 trat er zum ersten Mal im Film <em>Der Schatz im Silbersee</em> (S) auf. Ein Jahr später folgte <em>Winnetou 1. Teil</em> (W). Wie Tarzan ist Winnetou als edler Wilder konzipiert. Sprachwissenschaftlich sind die Filme in viererlei Hinsicht interessant.<span id="more-469"></span></p>
<p><strong>1. Indianer-Sprachen</strong></p>
<p>In S und W gewinnt der Zuschauer den Eindruck auf verschiedene Indianer-Sprachen zu treffen. Tatsächlich handelt es sich aber um frei erfundene Sätze. Dies wird spätestens an der einzigen Stelle deutlich, in der eine Indianer-Äußerung wörtlich übersetzt sein soll – von Sam Hawkens (ab Spielzeit W 1:10:25):</p>
<blockquote><p>Apache: Enk a tes Nshu-tininka</p>
<p>Sam: ‘Wir wissen nicht, ob diese Männer schuldig sind.’</p>
<p>Apache: I tu titsa shi akh a ne!</p>
<p>Sam: ‘Wir glauben es, aber wir wissen es nicht.’</p></blockquote>
<p>Zwischen der ersten und zweiten Apachen-Äußerung gibt es keinerlei Übereinstimmung, in Sam Hawkens’ Übersetzung kommen jedoch in beiden Malen die Wörter ‘wir wissen nicht’ vor. In der Tat müsste zumindest irgendwie die Apache-Wortwurzel <em>go </em>‘wissen’ und das Apache-Wort <em>dooda</em> ‘nicht’ drinstecken.</p>
<p>Nun kann zwar <em>Nscho-Tschi</em>, der Name von Winnetous Schwester, der ‘Schöner Tag’ bedeuten soll, durchaus die Apache-Wörter für ‘schön’ (<em>ni&#8230;sh</em>) und ‘Tag’ (<em>j</em><em>į</em>) enthalten. Dies geht schon auf Karl Mays Original zurück. Da Karl May im Jahr 1878 (dem Publikationsjahr von Winnetou) gemäß einem Aufsatz von Werner Poppe (im Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1972/73) jedoch noch keine Wortlisten von Indianersprachen verwendet hat, dürfte dies auf Zufall beruhen.</p>
<p><strong>2. Ausdrucksweise der Indianer</strong></p>
<p>Auch die Ausdrucksweise der Indianer dürfte rein der Phantasie des Drehautors Harald G. Petersson entsprungen sein. Weder das Buch von Albert S. Gatschet (<em>Zwölf Sprachen aus dem Südwesten Nordamerikas, Weimar </em>1876) noch modernere Darstellungen von Indianer-Sprachen berechtigen anzunehmen, dass es etwa die gelegentliche Vermeidung der ‘Ich-Form’ und der ‘Du-Form’ gegeben hätte (nach dem Muster von Winnetous Frage an Old Shatterhand “Was hat Old Shatterhand Winnetou zu sagen?” [W 1:06:00]). Das Wort Feuerwasser ist wohl eine Lehnübersetzung des Ojibwe-Wortes <em>ishkodewaaboo</em>, aus <em>ishkodew</em> ‘Feuer’ und <em>aaboo</em> ‘Wasser, Flüssiges’. Das Ojibwe ist eine Algonkin-Sprache und nicht mit dem Apache verwandt. Der Ausdruck <em>Feuerross </em>statt <em>Eisenbahn </em>(in W werden beide Ausdrücke von Indianern verwendet) scheint in Großbritannien in den 1820er als <em>fire-horse </em>entstanden zu sein.</p>
<p><strong>3. “Rothaut”-Akzente i nder Sprache der “Bleichgesichter”</strong></p>
<p>Winnetou, der “edle Wilde”, spricht akzentfrei, also ohne Abweichung von einer Standardaussprache, die Sprache der Bleichgesichter. In S 0:10:40 spricht er seine allerersten Sätze: “Fünf Pferde. Eins trug keinen Reiter. Sie kamen aus dieser Richtung. Hier sind sie abgestiegen. Ihre Spuren führen zur Straße.” Andere Indianer sprechen in S (z.B. 1:08:50) zwar grammatikalisch fehlerlos, aber mit “Ausländer-Akzent”. In W sprechen sie sogar mit “Ausländer-Grammatik”, etwa W 0:07:00: “Er tot. Jetzt du nie erfahren, wo Gold der Apachen. Wie du nun Versprechen halten?” Die Verschränkung von Akzent und moralischer Beurteilung erfolgte bereits bei Karl May. Dort spricht Winnetou “ein sehr reines Englisch”, sein Vater “in einem etwas weniger guten Englisch” und ein böser Indianer “in gebrochenem, aber ziemlich verständlichem Englisch”.</p>
<p><strong>4. Nicht-deutsche Eigennamen</strong></p>
<p>In den Karl-May-Filmen werden, wie es zu dieser Zeit allgemein üblich war, fremde Eigennamen noch mehr eingedeutscht und deren Aussprache mehr an der Schrift orientiert. So wird <em>Utah </em>nicht [´ju:ta], sondern [´u:ta] ausgesprochen und <em>Salt Lake City </em>in der ersten Silbe mit <em>a </em>statt mit offenem <em>o </em>wiedergegeben. Der aus der Sioux-Sprache stammende Gruß <em>How! </em>(im Deutschen auch <em>Hough! </em>&#8211; so bei Karl May &#8211;<em> </em>oder <em>Hugh! </em>geschrieben)<em> </em>wird zum Teil <em>hou</em>, zum Teil <em>hug</em> statt <em>hau</em> gesprochen.</p>
<p>Wie fern der Sprachrealität die Filme auch sein mögen, der Ausspruch “Mein Bruder!” gehört zum kollektiven Gedächtnis der Deutschen, und in Zeiten zunehmender Gewalt in Europa kann dies ein schönes Motto neben dem Textauszug aus der Europa-Hymne sein: “Alle Menschen werden Brüder” &#8212; ergänzt um die Schwestern.</p>
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		<title>80 Jahre Tarzan-Schrei (und 100 Jahre Tarzan)</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 22:18:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Tarzan]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein philologisches Grußwort zum neuen Jahr, das vielleicht manche mit einem Neujahrsfreudenschrei begonnen haben. Hier geht es jedoch um den Schrei aus Filmen, die auch sprachwissenschaftlich interessant sind. Die von Edgar Rice Burroughs erdachte Figur Tarzan taucht zum ersten Mal 1912 in der Geschichte “Tarzan of the Apes” auf, die im All-Story Magazine publiziert wurde. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=467&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein philologisches Grußwort zum neuen Jahr, das vielleicht manche mit einem Neujahrsfreudenschrei begonnen haben. Hier geht es jedoch um den Schrei aus Filmen, die auch sprachwissenschaftlich interessant sind.</p>
<p>Die von Edgar Rice Burroughs erdachte Figur Tarzan taucht zum ersten Mal 1912 in der Geschichte “Tarzan of the Apes” auf, die im <em>All-Story Magazine</em> publiziert wurde. Bereits 1918 folgen erste Verfilmungen. Den berühmten Schrei hört man jedoch zum ersten Mal im 1932 erschienenen Film <em>Tarzan, der Affenmensch </em>(engl. <em>Tarzan the Ape Man</em> [= A]). Der MGM-Film beginnt wie gewohnt mit dem Gebrüll eines Löwen im MGM-Enblem. Auf selbigem liest man den pseudolateinischen Spruch <strong><em>Ars gratia artis</em></strong>. Vermutlich handelt es sich hierbei einfach um eine anglolateinische Lehnübersetzung von Französisch <em>L’art pour l’art </em>‘Kunst um der Kunst willen’. In klassischem Latein hätte es nämlich <em>Ars artis gratia </em>oder <em>Artis gratia ars </em>heißen müssen. Dann ertönt <span id="more-467"></span>– anders als bei den folgenden Filmen – eine afrikanisch anmutende Filmmusik. Der Plot der ersten 20 Minuten ist dann jener, der auch in den nächsten beiden Tarzan-Filmen (<em>Tarzans Vergeltung </em>[V], erschienen 1934, und <em>Tarzans Rache </em>[R], erschienen 1936 ), zum Teil mit kopierten Szenen, wiederzusehen sein wird: In einem Dorf in Belgisch-Kongo wird zunächst eine Expeditionstruppe zusammengestellt, die zum Mutia-Plateau will; die Expedition führt durchs Gebiet der Gaboni, die die Truppe angreifen (dabei müssen ein paar Eingeborene dran glauben); die Truppe flieht zum für die Gaboni heiligen Mutia-Steilhang; die Truppe erklimmt den Mutia-Steilhang (dabei müssen ein paar Eingeborene dran glauben und abstürzen); dann hat man das Plateau und damit Tarzans Gebiet erreicht. Insgesamt wird dabei – im Gegensatz zu früheren Stummfilmen und späteren Tonfilmen – wenig Hintergrund-Musik verwendet.</p>
<p>Wie gesagt, so läuft es schon im ersten Film ab. Den Tarzan-Schrei hört man dann zum ersten Mal in Minute A 23 , zum zweiten Mal in Minute A 32 zusammen mit seinem Urheber, dem Schwimm-Olympioniken Johnny Weissmuller. Auch in R und V hört man den Schrei das erste Mal um Minute 20 herum, immer zunächst ohne dass die Person Tarzan zu sehen ist. Dass der Schrei ein Produkt verschiedener technischer Raffinessen war, ist nicht bewiesen. Dass der Schrei von Weissmuller stammt, wurde dagegen von Jane-Darstellerin Maureen O’Sullivan bestätigt. Dazu passt auch, dass Jane ab dem zweiten Film selbst einen ähnlichen Schrei beherrscht (Min. V 24). In der Episode <em>Tarzan und sein Sohn </em>(= S, erschienen 1939) bekommen Tarzan und Jane einen Adoptiv-Sohn (gespielt von Johnny Sheffield), der sich ebenfalls einen solchen Schrei aneignet.</p>
<p>Edgar Rice Burroughs hatte seinen Tarzan als gebildeten “edlen Wilden” geschaffen, wie ein Kulturwissenschaftler sagen würde. In den Romanen wird er als moralisch gut und gebildet, sogar als außerordentlich sprachbegabt dargestellt. Am Ende kann er am Ende Englisch, Französisch, Niederländisch, Deutsch, Swahili, viele Bantu-Sprachen, Arabisch, Latein, Altgriechisch, Maya und verständigt sich mit einer Reihe von Tieren. Der Weissmuller-Tarzan ist zwar meist gut, in Minute A 49 und A 52 allerdings bringt Tarzan ohne weiteren Grund (außer dass jemand, aber ein anderer, seinen Affenfreund umgebracht hat) zwei Eingeborene um. Im intellektuellen Vergleich fällt, dass sich der Weissmuller-Tarzan mit Tieren verständigen kann, insbesondere Affen und Elefanten, wobei es die gleichen Phrasen zu sein scheinen. Janes Sprache kann er dagegen nur bedingt lernen (dazu gehört auch der Ersatz des Wortes für ‘lehren’ durch jenes für ‘lernen’ in Min. V 48). Zum kulturellen Wissen Europas und der USA gehört dazu der Satz <strong>“Ich Tarzan. Du Jane.”</strong> Allerdings ist dies ein Pseudo-Zitat. Der Originaldialog in Minute A 41 lautet vielmehr wie folgt:</p>
<blockquote><p>Jane: “Ich heiße Jane. Jane.”</p>
<p>Tarzan: “Jane.”</p>
<p>Jane: “Und du? Du?”</p>
<p>Tarzan: “Tarzan! Tarzan!”</p>
<p>Jane: “Tarzan.”</p>
<p>Tarzan: “Jane. Tarzan. Jane. Tarzan.”</p></blockquote>
<p>Ein ab dem dritten Film vom Weissmuller-Tarzan häufig ausgesprochener Befehl ist <em>Umgawa </em>bzw. <em>Ungawa</em>. Dieses Kunstwort, zum ersten Mal zu hören in R 0:25:39, stammt nicht von Roman-Autor Burroughs, sondern von Drehbuchautor Cyril Hume. Der Befehl konnte praktisch alles bedeuten: ‘Stopp!’, ‘Los!’, ‘Gut!’. In den deutschen Versionen wird am Anfang manchmal eingedeutscht [u-], manchmal englisch-orientiertes [a-] gesprochen.</p>
<p>Bezeichnend ist die <strong>Kommunikation zwischen den Geschlechtern</strong>. Small-Talk und Liebesgeflüster gegenüber Tarzan erfolgt von Jane beinahe unaufhörlich. Bei der Expedition dagegen führen die Männer die Gespräche. Dies zeigt auch die traditionelle Rollenverteilung. Trotz manchen Emanzipationsaspektes akzeptiet Jane die traditionelle Rollenverteilug und sagt im dritten Film, als ihr Cousin und ihre Cousine sie nach Hause holen wollen, weil sie eine Erbschaft gemacht hat: “Wenn Tarzan sieht, dass er von einer reichen Frau abhängig ist – das könnte er nicht ertragen. Und wenn doch, umso schlimmer.” (Min. R 38).</p>
<p>Bezeichnend ist ferner die <strong>Kommunikation von und mit Eingeborenen und die Kommunikation über sie</strong>. Als ein “Schwarzer” in Minute A 21 bei einem gefährlichen Bergaufsteig der Safari-Truppe die Felsen hinab stürzt, fragt der eine “Weiße” (Holt) den anderen “Weißen” (Parker) als erstes danach, was in seinem Rucksack gewesen sei. Als in Minute R 19 ein Eingeborener beim Aufstieg abstürzt, aber sein Gepäck gerettet werden kann, wird dies vom Expeditionsleiter kommentiert mit “Wär beinah schief gegangen”. Immerhin wird letzteres von einem anderen ironisch kommentiert mit “Beinah ist gut” und immerhin lässt Expeditionsleiter Holt in V beim Versuch seinen afrikanischen Führer zu retten sein eigenes Leben. In Minute R 2 stößt ein “Weißer”, der nach dem Weg fragen will, einen knieenden “Schwarzen” mit der Fußspitze an und leitet dennoch seinen Satz dann mit “Verzeihung” ein.</p>
<p>Natürlich müssen die Afrikaner teilweise auch mit falscher Grammatik sprechen, z.B. “Boys haben Angst” (im Original: “Boys scared”; Minute R 24) und “Mohamed tot in Wasser” (Minute R 41). In aller Regel kann ohnehin nur der Anführer der Eingeborenen die Sprache der Expeditionsleiter. Alle anderen Eingeborenen brummeln nur oder sagen gar nichts. Interessant, dass der Anführer der Eingeborenen manchmal erklärt “Boys sagen &#8230;”, obwohl sie gar nichts gesagt haben. Und das, was man hört, sind allerdings ohnehin keine <strong>Bantu-Sprachen,</strong> sondern ein künstliches Gebrabbel. Oder will jemand glauben, dass die Bantu-Angehörigen tatsächlich zu oder über Manitou gesungen hätten, wie man dies in Minute A 14 hört? Die künstlerische Freiheit, Bantu-Wörter zu erfinden wurde auch den Synchronsprechern gelassen. So lautet das Film-Bantu-Wort für ‘Los!’ in A 1:42 im Original <em>Tek-Beri</em>, im Deutschen dagegen <em>Patschi-patschi</em>. Die nebensächliche Behandlung der Bantu-Sprachen wird auch an anderen Stellen deutlich. In V 0:24:29 sagt Tarzan kurz: “Singoma.”, welches Jane lang übersetzt mit: “Er sagt, er hilft euch auch mit den Boys.” Immerhin wird Jane als eine Person dargestellt, die bemüht ist, auch die “lokalen” Sprachen zu erlernen, einschließlich der Tiersprachen (vgl. Min.V 80). Verschiedene, gegenseitig unverständliche Bantu-Sprachen werden im ersten Film (A 0:32:00) als Dialekte bezeichnet. Allerdings muss man zugeben, dass der Unterschied zwischen Sprache und Dialekt auch für Sprachwissenschaftler ziemlich schwierig ist. Am Besten, man fasst das als eigene Sprache auf, was die Sprecher selbst als eigene Sprache sehen und spricht dann von Dialekt, wenn auch die Sprecher etwas als einen Dialekt sehen.</p>
<p>Des Weiteren sind die Filme ein Schatz mittlerweile <strong>veralteter deutscher Wörter</strong>: So hört man in R etwa <em>Vetter </em>statt <em>Cousin</em>, <em>Alpdruck </em>statt <em>Alptraum </em>und <em>einholen</em> statt <em>einkaufen</em>.</p>
<p>Daneben erfreuen einige <strong>Fehlleistungen in der Synchronisation</strong>: So wird Insekten-Forschung in Minute R 8 von Janes Cousine in der Synchronisation als <em>entymologische Forschung </em>statt <em>entomologische Forschung </em>bezeichnet. Und das amerikanische Wort für Insekten, <em>bugs</em>, wird mit dem Wort wiedergeben, das dessen britischer Verwendung entspräche: <em>Wanzen</em> (was nicht ganz dumm gedacht ist, da Janes Cousine ja aus Großbritannien stammt).</p>
<p>Und schließlich bleibt noch anzumerken, dass in den Synchronisationen der damaligen Zeit einige <strong>Eigennamen</strong> noch “eingedeutscht” wurden. So wird im dritten Film der britische Onkel nicht <em>Pieter </em>ausgesprochen, sondern <em>Peter</em>. Wäre Tarzan erst ein halbes Jahrhundert später das erste Mal synchronisiert worden, würden wir die zweite Silbe nicht wie <em>Zahn</em>, sondern wie <em>Sähn </em>sprechen&#8230;</p>
<p>“Aaaaaah Häpi Börsdey!”</p>
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		<item>
		<title>75 Jahre Moderne Zeiten, 75 Jahre Smile: Chaplin’s Modern Times von 1936</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 22:02:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Chaplin]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Grußwort]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Ende des Jahres noch ein kleiner Jubiläumsgruß. Vor 75 Jahren entstand der letzte Film, der noch als Stummfilm bezeichnet werden konnte. Obwohl der Tonfilm bereits erfunden, drehte Charles Chaplin mit Modern Times (dt. Moderne Zeiten) einen Stummfilm. Der Film bedeutete damit auch das Ende des von Chaplin geschaffenen namenlosen Tramps. Für Sprach- und Kommunikationswissenschaftler [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=459&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Ende des Jahres noch ein kleiner Jubiläumsgruß. Vor 75 Jahren entstand der letzte Film, der noch als Stummfilm bezeichnet werden konnte. Obwohl der Tonfilm bereits erfunden, drehte Charles Chaplin mit <em>Modern Times </em>(dt. <em>Moderne Zeiten</em>) einen Stummfilm. Der Film bedeutete damit auch das Ende des von Chaplin geschaffenen namenlosen Tramps. Für Sprach- und Kommunikationswissenschaftler ist der Film dennoch interessant, denn Chaplin verzichtet nicht vollkommen auf Ton, nicht mal auf die menschliche Stimme. Viele Geräusche, insbesondere jene von Maschinen, werden wiedergegeben, ebenso Tiergeräusche wie das Bellen eines Hundes (in Min. 32). Für die menschliche Stimme hat Chaplin vier Einsatzbereiche gefunden.<span id="more-459"></span></p>
<p>1. Die menschliche Stimme kann Teil einer lärmenden Maschine sein. Die Stimme des Direktors hört man nur, wenn er über den Bildschirm der Maschine seine Befehle erteilt. Ansonsten ist auch er stumm. Und statt des Verkäufers ab Min. 7 hört man die Stimme des automatischen Verkäufers vom Grammophon (die Worte sind dabei eine Persiflage auf die Werbesprache sowie auch auf den Tonfilm, wenn es heißt, dass eine praktische Vorführung es besser zeigen könne als alle Worte). In Min. 30 ertönt ein Nachrichtensprecher aus dem Radio, in Min. 33 ein Werbesprecher aus dem Radio.</p>
<p>2. Mit der menschlichen Stimme werden Geräusche nachgeahmt. Dies scheint der Fall in Min. 11 zu sein, als die Essens-Maschine nicht ganz einwandfrei funktioniert, und in Min. 32 zur Wiedergabe von gurgelnden Mägen (beim Teetrinken).</p>
<p>3. In Min. 75 beginnt ein Männerchor zu singen.</p>
<p>4. In der Szene, in welcher der Tramp als Kellner singen soll, erfindet er, weil er sich den Text nicht merken kann, eine Kunstsprache (Min. 77). So kann Chaplin doch wieder die Pantomime ins Zentrum rücken – ohne die der Inhalt des Liedes nicht verstanden würde.</p>
<p>Ansonsten arbeitet Chaplin mit Aufschriften, Briefen und Texttafeln – manchmal sogar mit solchen Textttafeln, die zum Verständnis gar nicht nötig sind. Der erste (im Prinzip gar nicht notwendige) Zwischentitel kommt erst in Min. 8: “Lunch time.” (was man ja auch mit einer Uhr hätte anzeigen können). In Min. 19 spielt Chaplin mit Worten auf Migranten-Probleme an, wenn sich unter den Gewerkschafts-Demonstranten auch ein spanischsprachiges Schild “Libertad!” (‘Freiheit!’) befindet. Der Rest ist Pantomime, Pantomime, Pantomime. In der letzten Minute sagt der Tramp seiner Freundin pantomimisch, sie solle lächeln – englisch “Smile!”. Dies ist auch der Titel des Songs, den Chaplin für <em>Moderne Zeiten </em>geschrieben hat. Er ist bereits von einer Reihe von Sängern interpretiert worden (darunter Sammy Davis, Perry Como, Judy Garland, Christina Aguilera und Michael Jackson) und wird seit 1966 beim alljährlichen Jerry-Lewis-Telethon als Titelmusik verwendet.</p>
<p>In Zeiten finanzieller Krisen, unsicherer Arbeitsplätze und der weiter auseinander gehenden Schere zwischen Arm und Reich ist der Film auch heute noch von Relevanz und regt zum Nachdenken an. Mit seinem Schluss empfiehlt der Film uns, in jedem Fall aber lächeln gemeinsam voranzuschreiten. Insofern wünsche ich einen lächelnden Übergang ins neue Jahr.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/grzega.wordpress.com/459/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/grzega.wordpress.com/459/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=459&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Peter Alexander, Johannes Heesters und das Konzept der “heilen Welt”</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 22:01:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Entertainment]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Grußwort]]></category>
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		<category><![CDATA[Peter Alexander]]></category>
		<category><![CDATA[Show]]></category>
		<category><![CDATA[Weltverbesserung]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende des Jahres möchte ich gern nochmal an zwei Künstler erinnern, die in diesem Jahr verstorben sind und die für mich als Hobby-Entertainer wichtig waren. Zum einen verstarb im Februar Peter Alexander in seinem 85. Lebensjahr. Ihm verdanke ich durch seine Shows schöne Erinnerungen an Familienfernsehabende und durch seine Filme viele Nachmittagsmomente des Lachens. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=457&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:small;">Am Ende des Jahres möchte ich gern nochmal an zwei Künstler erinnern, die in diesem Jahr verstorben sind und die für mich als Hobby-Entertainer wichtig waren. <span id="more-457"></span></span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zum einen verstarb im Februar Peter Alexander in seinem 85. Lebensjahr. Ihm verdanke ich durch seine Shows schöne Erinnerungen an Familienfernsehabende und durch seine Filme viele Nachmittagsmomente des Lachens. Ich war sogar bei einem seiner Live-Konzerte in Nürnberg dabei. Seine Fernsehshows liefen von 1966 bis 1995 (mit Publikum) bzw. 1996 (ohne Publikum). Meine bewusste, wenngleich szenenhafte Erinnerung an diese Shows geht zurück bis in die 70er Jahre. Die Konzeption seiner Shows mit einer Mischung aus Songs, Parodien, Sketchen und Umdichtungen von Liedern haben auch meine Art von Entertainment geprägt. Es waren meine ersten Show-Lektionen und meine ersten Lektionen in Weanerisch.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zum anderen verstarb am Heiligabend kurz nach seinem 108. Geburtstag Johannes Heesters. Er wurde und ist seit vielen Jahren ein Baustein meiner Parodien. Auch ihn habe ich live erlebt, als er schon über 100 war. Durch ihn habe ich begonnen, mich für Operette zu interessieren, meine Stimme stilistisch auch in dieser Richtung auszuprobieren und dies auch in meine Auftritte einzubauen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">In den Fernsehzeitschriften werden die Filme der beiden oft mit einem Daumen nach unten (oder etwas Ähnlichem) beurteilt. Die Kritiker verkennen hier die Absicht der Filme. Mit ihren Filmen wollten die beiden Künstler nicht große Kunst im herkömmlichen Sinne schaffen. Sie wollten unterhalten. Beide Künstler stehen dafür, ein Stück heile Welt und Frieden schaffen zu wollen – und sei es auch immer nur ein paar Augenblicke (und dies insbesondere in den zwei Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg). Das mag auf manche unrealistisch und lächerlich wirken. </span></p>
<p><span style="font-size:small;">Aber warum eigentlich? Warum wird es als normal und “menschlich” hingenommen, wenn Gewalt, Ungerechtigkeit und Elend sich breit machen? Warum wird ein Ziel wie Weltverbesserung belächelt? Peter Alexander fragte selbst mal einen Interviewer: “Was haben Sie eigentlich gegen heile Welt?” Selbstverständlich hat es der Mensch in der Hand, Schlechtes nicht nur zu schaffen, sondern auch wieder abzuschaffen, zumindest zu reduzieren. Dies kann auf unterschiedliche Weisen geschehen, je nach individueller Begabung – zum Beispielen in politischen Aktivitäten, in künstlerischen Aktivitäten in Verknüpfung mit tagespolitischem Anspruch oder – wie bei Alexander und Heesters – in künstlerischen Aktivitäten ohne tagespolitischen Anspruch. Heesters sagte stets, er sei kein politischer Mensch. Peter Alexander meinte in oben genanntem Interview, er fühle sich eben von seinem Naturell und seiner Begabung her eher zur heilen Welt gezogen. </span></p>
<p><span style="font-size:small;">Peter Alexander und Johannes Heesters haben Menschen Freude bereitet und Sorgen vergessen lassen. Selbst junge Menschen, die bei der Aufbahrung Alexanders zugegen waren, sagten dem Reporter: wenn man schlecht drauf war, dann hat man seine Filme angeschaut und es ist einem wieder besser gegangen. Ähnlich scheint es den Menschen mit Heesters’ Auftritten gegangen zu sein.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">In diesem Sinne ist das, was Peter Alexander und Johannes Heesters geleistet haben, doch große Kunst.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Möge ihre Energie in vielem weiterleben!</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/grzega.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/grzega.wordpress.com/457/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=457&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Treuchtlinger Kurier über BGE</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 21:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eurolinguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachdidaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[BGE]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein schöner Artikel zu BGE ist heute im Treuchtlinger Kurier erschienen.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=455&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein schöner Artikel zu <a title="BGE" href="http://www.basicglobalenglish.com" target="_blank">BGE</a> ist heute im <a title="BGE" href="http://www.nordbayern.de/region/treuchtlingen/basisenglisch-verhalf-zu-europapreis-1.1754435" target="_blank">Treuchtlinger Kurier</a> erschienen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/grzega.wordpress.com/455/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/grzega.wordpress.com/455/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=455&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Umzug der LdL-Seiten abgeschlossen</title>
		<link>http://grzega.wordpress.com/2011/12/23/umzug-der-ldl-seiten-abgeschlossen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 12:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Varia]]></category>
		<category><![CDATA[LdL]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Umzug der LdL-Internetplattform ist im Wesentlichen abgeschlossen (auch wenn noch ein paar technische Dinge nochmal zu justieren sein werden) &#8212; Dank an Manfred Lirsch und vor allem meinem Studenten Robert Steinhauser. Die Seite ist nun in der Hand meiner Firma ASEcoLi. Ich wünsche schöne Weihnachten und kopiere meinen letzten Kontaktbrief hierher. Kontaktbrief vom 20. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=452&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Umzug der <a title="LdL" href="http://www.ldl.de" target="_blank">LdL-Internetplattform</a> ist im Wesentlichen abgeschlossen (auch wenn noch ein paar technische Dinge nochmal zu justieren sein werden) &#8212; Dank an Manfred Lirsch und vor allem meinem Studenten Robert Steinhauser. Die Seite ist nun in der Hand meiner Firma ASEcoLi. Ich wünsche schöne Weihnachten und kopiere meinen letzten Kontaktbrief hierher.</p>
<p><span id="more-452"></span></p>
<p><strong>Kontaktbrief vom 20. Dezember 2011</strong></p>
<p>Liebe LdL-Freunde,</p>
<p>lange Zeit habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Wie ich im Februar mitgeteilt hatte, hat die Uni Eichstätt, über deren Webseiten die LdL-Plattform lief, auf einen neuen Server umgestellt, und die Entscheidungsträger der Uni (es sind natürlich nicht mehr jene, die LdL über 25 Jahre und die LdL-Homepage gut 10 Jahre dankenswerterweise tatkräftig unterstützt haben) versagten uns bedauerlicherweise jegliche finanzielle oder technische Unterstützung bei der Umstellung. Es drohte der Verlust der mittlerweile 15 Jahre alten LdL-Plattform, mit all ihren Materialien, Publikationen, informellen Erfahrungsberichten und Presseveröffentlichungen. Für die komplexe Aufgabe eines Fortzugs der LdL-Internetplattform vom Server der Uni Eichstätt mussten erst Experten und finanzielle Alternativen gefunden werden. Dank der Firma ASEcoLi, Manfred Lirsch und Robert Steinhauser konnte der Umzug, verbunden mit einer gewissen Neustrukturierung der Seiten, nun abgeschlossen werden. Der Domain-Name bleibt weiterhin: <a href="http://www.ldl.de/">http://www.ldl.de</a></p>
<p>Auch in der LdL-Newsletter-Pause hat das Interesse an LdL nicht nachgelassen. Es sind weitere Referendarsarbeiten begonnen oder abgeschlossen worden. Eine Reihe von Fortbildungen sind im Inland und Ausland durchgeführt worden. Mitte des Jahres wurde darüber hinaus eine empirische Studie von Bea Klüsener und mir zur Vermittlung von Kommunikationskompetenz für Experten veröffentlicht (in der international renommierten Zeitschrift “Fachsprache”). Die Zusammenfassung ist auf der LdL-Einstiegsseite zugänglich.</p>
<p>Mit besten Wünschen für das bevorstehende Weihnachtsfest</p>
<p><strong><br />
Joachim Grzega</strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/grzega.wordpress.com/452/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/grzega.wordpress.com/452/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=452&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Keine Angst vor negativem Studenten-Feedback! Es lohnt sich!</title>
		<link>http://grzega.wordpress.com/2011/12/19/keine-angst-vor-negativem-studenten-feedback-es-lohnt-sich/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 12:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grzega</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschuldidaktik/Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Feedback]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltfreie Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[LdL]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenverhalten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe in diesem Semester zwei Einführungskurse in die Sprachwissenschaft zu unterrichten. In meinen Kursen baue ich spätestens zur Mitte des Semesters eine Art Evaluation ein, besser gesagt: eine Feedback-Runde. Dazu bestimme ich eine Person zum Moderator, gehe hinaus, lasse anonymisiert an die Tafel positive Eindrücke, negative Eindrücke und Verbesserungsvorschläge an die Tafel schreiben, werde [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=grzega.wordpress.com&amp;blog=7436005&amp;post=449&amp;subd=grzega&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe in diesem Semester zwei Einführungskurse in die Sprachwissenschaft zu unterrichten. In meinen Kursen baue ich spätestens zur Mitte des Semesters eine Art Evaluation ein, besser gesagt: eine Feedback-Runde. Dazu bestimme ich eine Person zum Moderator, gehe hinaus, lasse anonymisiert an die Tafel positive Eindrücke, negative Eindrücke und Verbesserungsvorschläge an die Tafel schreiben, werde dann wieder herein gebeten und kann Stellung zu den Kommentaren geben. Ich versuche möglichst unemotional zu reagieren, selbst wenn eine Bemerkung emotional ist &#8212; nach dem Konzept der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg, d.h. mit strenger Trennung von Bedürfnissen und Strategien. Wenn ich einen Kommentar nicht verstehe, erläutert ihn die moderierende Person (oder, aufgrund der lernpartnerschaftlichen Atmosphäre, sogar der Urheber der Äußerung).</p>
<p><span id="more-449"></span></p>
<p>Erfreulicherweise waren die Feedbacks in all den Jahren fast immer unter dem Strich positiv. Vor allem die Atmosphäre im Kurs und die Wiederholungsübungen durch Studierende wurden in den letzten Jahren regelmäßig als positiv beurteilt.</p>
<p>Nun ist der Einführungskurs in die Sprachwissenschaft für Studierende erfahrungsgemäß der anspruchsvollste Kurs im ersten Semester und der schwierigste aller sprachwissenschaftlichen Kurse überhaupt – aufgrund der vielen Fachtermini und aufgrund mancher neuen Denkweise. Das steht in aller Regel auch als komplementäre Bemerkung an der Tafel: “Kurs interessant, aber zu umfangreich” oder so ähnlich. So finden viele mein Werk gut zu lesen, aber zu umfangreich zum Lernen. Dazu trägt auch bei, dass ich den Kurs als Einführung in die Sprachwissenschaft allgemein, nicht in die englische Sprachwissenschaft gestalte, sodass Beispiele aus vielen Sprachen in meinem Buch vorkommen. Die Zwischenevaluation gibt mir aber die Möglichkeit, nochmal sehr bewusst zu machen, dass es mir viel weniger um auswendig zu lernendes Faktenwissen (= deklaratives Wissen) geht, sondern darum, dass man überhaupt versteht, wie “bunt” die Sprachenwelt ist, wie “natürlich” und “üblich” (und nicht “seltsam”) bestimmte Ausdrucksweisen sind, wie man Sprache betrachten und analysieren kann – Handlungswissen (= prozedurales Wissen) und geistige Flexibilität stehen also im Vordergrund. Studierende, die frisch von der Schule kommen, müssen manchmal erst wieder verstehen, dass sie nicht alles (unkritisch) auswendig lernen sollen, sie müssen manchmal erst wieder auszuhalten lernen, dass sie nicht alles auswendig lernen können.</p>
<p>Man kann auch nochmal die Motivation für manche Themen begründen – dies kann das jetzige Leben, das zukünftige Berufsleben oder auch das (in Bayern zentral regulierte) Staatsexamen sein.</p>
<p>Neben den üblichen zunächst negativen Punkten, die ich durch die Diskussion dann ausräumen, stand in einer Gruppe diesmal auch ein Negativ-Feedback an der Tafel, das bislang noch nicht vorgekommen war, das ich gar nicht verstand, das ich aber für sehr ernst hielt: “manchmal Bloßstellung von Studierenden”. Dies bezog sich auf folgende Eigenart von mir: Manchmal lass ich eine Studentin oder einen Student so lange an einer Sache arbeiten (etwa Satzanalysen an der Tafel), bis sie bzw. er es ohne Hilfestellungen meinerseits lösen kann. Dies wurde offenbar von mindestens einer Person als Bloßstellung emfpunden. Nur durch so eine Feedback-Runde kam dieser Eindruck auch mir gegenüber zur Sprache und nur durch so eine Feedback-Runde konnte aufgeklärt werden, dass ich dies nicht zur Bloßstellung tue, sondern dass ich, wenn ich sehe, dass das Wissen im Prinzip vorhanden ist, solange trainieren lassen, bis die Person an der Tafel ein Erfolgserlebnis verspürt. Ich habe den Studierenden nochmals sagen können, dass das, was ich im Unterricht tue, nur zum dem Zwecke dient, möglichst alle strahlen lassen zu können – intellektuell und emotional. Die Studierenden haben verstanden, dass ich dies ehrlich meine, und so gingen wir alle positiv gestimmt aus dem Kurs.</p>
<p>Daher mein Rat an alle Lehrenden: keine Angst vor Feedback-Runden. Auch wenn Negatives dabei, kann man es ja, ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen und daher auch ohne einen Gegenangriff starten zu wollen, thematisieren, Ziele klären, den Weg beibehalten oder einen neuen Weg finden – um alle (Lehrende und Lernende) positiv zu stimmen.</p>
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