Joachim Grzega's Blog

6. Mai 2009

Hochschulpolitisches Engagement

Filed under: Ethik, Varia — Schlagwörter: — grzega @ 08:26

Es stehen demnächst wieder Hochschulwahlen an. Meine Projekte in Forschung und Lehre füllen mich mittlerweile vollkommen aus und ich empfinde mittlerweile – im Gegensatz zu meinen Anfangsjahren – wenig Freude am hochschulpolitischer Arbeit. Es verpufft zu viel Energie, großes Engagement und große Kreativität scheinen gar nicht erwünscht, die Stimmung bzw. die Atmosphäre ist derzeit eine, der ich wenig abgewinnen kann. Aus diesem Grunde will ich nach 17 Jahren hochschulpolitischer Tätigkeit als Student und Nachwuchswissenschaftler nicht mehr kandidieren. Da die Arbeit nicht immer einfach war, habe ich es mir erlaubt, folgende Abschiedsmail an die Kollegen zu verfassen.

—–

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wieder einmal stehen Hochschulwahlen vor der Tür. Wer sich gerne als Mittelbauvertreter für den Fakultätsrat der SLF aufstellen lassen möchte, möge sich bitte bis Ende der Woche bei mir melden. Ich selbst werde mich diesmal nicht mehr aufstellen lassen.

Seit 17 Jahren bin ich für die Fakultät hochschulpolitisch aktiv (10 Jahre davon im Fakultätsrat) – länger als viele andere dieser Fakultät. Ich habe mich dabei vor allem für Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, kollegialen Umgang und Fortschritt engagiert – für den Mittelbau, für andere Gruppen, für das Dekanat, für die Fakultät. Mein Engagement hat mir eine Zeitlang sogar die Beinamen “Mr. SLF” und “Vizedekan” eingebracht. Leider hat das Engagement eine Zeitlang auch dazu geführt, dass mir bei eigenem Bedarf wenig Unterstützung zuteil wurde; einige wollten mich zur “persona non grata” erklären; einige haben sogar üble Nachrede betrieben, die mich schließlich einmal zu einem Rundbrief mit deutlichen Worten bewogen hat, der dankenswerterweise auch vom damaligen Dekan unterstützt worden ist. Es hatte den Anschein, als ob sich Mitglieder dieser Fakultät ob meines Engagements und damit natürlich auch der erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen von mir bedroht gefühlt hätten. Doch wer mich kennt, der weiß, dass er bei mir Vorteilsnahme, Intrigen und Mauscheleien nicht fürchten musste; jedoch konnte er sich gewiss sein, dass ich bei administrativen Problemen helfe und dass ich mich für Recht, Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit einsetze – trotz mancher Widrigkeiten.

In den vergangenen Monaten haben sich in meinem Leben neue Entwicklungen ergeben. Ich habe nach der Pensionierung von Jean-Pol Martin einen Teil seiner Projekte übernommen; daneben habe ich eine Reihe von eigenen schulischen, hochschulischen und außerschulischen Forschungs- und Lehrprojekten – all diese Projekte sind für mich derzeit voll erfüllend. Aus diesem Grunde möchte ich mein bisheriges hochschulpolitisches Engagement in dieser Fakultät nicht fortführen. Ich möchte mich aber bei allen bedanken, die mich in den vergangenen 10 Jahren als einen der Mittelbauvertreter der SLF unterstützt haben. Der Fakultät wünsche ich für die Zukunft ein größeres Gemeinschaftsgefühl. Den zukünftigen Mittelbauvertretern wünsche ich Souveränität, Kraft und mutige Unterstützer dafür, dass sie das Amt so ausfüllen können, dass sie anderen und sich selbst damit Glück bereiten.

Schönen Gruß

Ihr/Euer

Joachim Grzega

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