Joachim Grzega's Blog

10. Juni 2009

LdL “light” und LdL “half-light”

Filed under: Hochschuldidaktik/Lehre — Schlagwörter: , — grzega @ 13:24

In meiner Begeisterung für innovative Themen und die Einbindung in die Studierenden in die Forschung muss ich darauf achten, dass ich von den Studierenden nicht Überverhältnismäßiges verlange. Das LdL-Vollprogramm mit verantworteter Gestaltung einer ganzen Sitzung durch die Studierenden ist daher nicht immer gerechtfertigt. Es soll auch so etwas mit “LdL light” oder “LdL half-light” geben. In meinem Eurolinguistik-Seminar lasse ich die Studierenden daher dieses Semester nicht eine ganze Sitzung vorbereiten, sondern sie sind immer für bestimmte Themen zuständig, von denen sie dann als Experten berichten. Für die vorletzte Sitzung musste jeder 5 Fragen zum Kommunikationsverhalten in je 3 Ländern untersuchen. Allerdings muss man auch hier auf verhältnismäßige Vorbereitung achten. Zusätzlicher Zeitaufwand kam dadurch zu Stande, dass die Basiswerke plötzlich in der Bibliothek nicht zur Verfügung standen und man erst die Passagen aus meinen eigenen Exemplaren kopieren musste; das kann die Lust am eigentlichen Inhalt schmälern (aber hier gilt auch das LdL-Motto “Unbestimmtheiten aushalten”). Die Studierenden wurden dann vorletzte Stunde in Gruppen von 3-4 Personen zusammengesetzt und nach LdL musste jeder den Partnern dann vom typischen Verhalten in ihren Ländern berichten. Zusätzliche Schwierigkeit: am Ende musste pro Frage eine Zusammenfassung von nur 1 Zeile stehen. Diese musste dann auf eine vorbereitete Folie in eine Ländertabelle eingetragen werden, und es mussten pro Gruppe auch länderübergreifende Tipps gefunden werden. Die Diskussionen liefen gut und länger als gedacht. Die einzelnen Folien der Gruppen wurden deshalb erst in der darauf folgenden Stunde übereinander gelegt und wiederum diskutiert. Hier leitete dann wieder ich die Runde (der Dozent ist dabei allerdings geneigt, selbst immer viel mehr zu reden als die anderen). Die Diskussionen führten zu einer spannenden Beobachtung (mehr dazu im nächsten Blogeintrag). Nächste Stunde wird es “LdL light” geben. Keine Vorbereitung, aber Gewinn von Expertenstatus im Unterricht. Es wird wieder eine Zweierteilung geben (Puzzle-System): (1) Gruppenarbeit A: Analyse von Dialogen aus 1 Land pro Gruppe; (2) Gruppenarbeit B: in jeder Gruppe sitzen nun unterschiedliche Länderexperten und tauschen die Beobachtungen aus > was sind Gemeinsamkeiten, was Unterschiede. “LdL light” und “LdL half light” müssen keine schlechteren Varianten von LdL sein – es kommt eben darauf an, alle Rahmenbedingungen abzuwegen, um die gewünschten LdL-Effekte möglichst effizient zu erzielen.

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