Joachim Grzega's Blog

24. Dezember 2009

Yes, there is a Santa Claus – so: Have Yourself a Merry Little Christmas!

Filed under: Varia — Schlagwörter: , — grzega @ 18:28

An der Uni Eichstätt organisiert die Katholische Hochschulgemeinde immer einen Lebendigen Adventskalender. Es wird eine Tür aufgestellt, durch die um 12 Uhr jemand tritt, um dann für ca. 5 Minuten etwas Besinnliches vorzutragen. Seit Jahren schon darf ich an einem der Tage durch die Tür treten. Neben einigen einleitenden Worten singe ich immer ein Lied.

Was ich letzten Montag zur Musik von “Have Yourself a Merry Little Christmas” vorgetragen habe, fanden manche so schön, dass ich diese Worte hier wiedergeben möchte. Es handelt sich dabei um die nun zur amerikanischen Weihnachtskultur gehörende Antwort des Journalisten Francis Church auf den Leserbrief der 8-achtjährigen Virginia. Diese hatte im Jahr 1897 – angeregt durch ihren Vater – einen Leserbrief an die New York Sun geschrieben, um zu fragen, ob es den Weihnachtsmann nun gebe oder ob es ihn – wie ihre Freunde behaupteten – nicht gebe. Hier ist die leicht adaptierte Übersetzung der Antwort von Francis Church:

Virginia, deine Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst vom Zweifel einer Zeit, in der man grundsätzlich immer zweifelt. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, das für ihren kleinen Verstand unfassbar ist. Jeder Verstand, Virginia, ob von Erwachsenen oder von Kindern, ist klein. In unserem großen Universum ist der Mensch vom Verstand her ein bloßes Insekt, ein Käfer, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen am Verstand, der zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung existieren, und du weißt, dass diese reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben.

O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wär so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäb dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Liebe, die dieses Leben erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch Fühlen und Sehen. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebensogut nicht an Feen glauben! Du könntest deinen Vater veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind die, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Hast du jemals Feen auf dem Rasen tanzen sehen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt. Aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal aller stärksten Männer aller Zeiten zusammen, auseinanderreißen könnten. Nur Glaube, Poesie, Liebe können diesen Vorhang beiseiteschieben und die himmlische Schönheit und den Glanz dahinter sehen und beschreiben.

Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gottseidank! Er lebt, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, die Herzen der Kinder zu erfreuen.

Zur letzten Strophe der Musik sang ich dann den Text des Liedes: “Have Yourself a Merry Little Christmas” – was ich hiermit auch allen Lesern wünsche.

Joachim Grzega

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