Joachim Grzega's Blog

31. Juli 2013

Wirtschaftskrise mit Schülern diskutiert

Filed under: Politik, Schule — Schlagwörter: , , , — grzega @ 15:16

Hier ein Bericht aus dem neuesten EHP-Newsletter:

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EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega war neulich zu Gast im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Pappenheim (EBZ). Unter Federführung von Pfarrer Walter Engeler war hier ein Seminar für Jugendliche zum Thema “Währungskrise” organisiert worden. Rund 80 GymnasiastInnen waren aus Weißenburg, Donauwörth und Augsburg nach Pappenheim gekommen. Als Gastredner hatte Pfarrer Engeler EHP-Leiter Grzega eingeladen.

Grzega beschrieb Parallelitäten zwischen der Wirtschaftskrise der 1920er und der Jetzt-Zeit, erklärte die Prinzipien des wohlstandsfördernden Wirtschaftsmodells im Westeuropa der Nachkriegszeit, veranschaulichte grundsätzliche wirtschaftliche Zusammenhänge und die Missachtung dieser Erkenntnisse in den letzten 30 Jahren. Die Vertreter des neoliberalen Wirtschaftsmodells mussten entgegen ihrer eigenen Prinzipien nun letztlich doch auf den Staat als Rettungsanker zurückgreifen. Daher könne man deren striktes Modell als gescheitert erklären. Als Gefahr für den europäischen Frieden sah Grzega das Aufgeben von Solidaritäten — nicht nur den Solidaritäten zwischen verschiedenen Europäern, sondern auch den Solidaritäten unter den Deutschen selbst. Verschiedentlich ging Grzega auch auf die Meinungsmache durch rhetorische Kniffe ein.

Mit Hinweis auf wissenschaftliche Erkenntnisse empfahl Grzega letztlich die Neu-Orientierung an dem Modell, das ab Ende der 1970er ohne erkennbaren ökonomischen Grund schrittweise aufgegeben worden war. Wichtig seien dabei eine ausgewogenere Einkommens- und Vermögensverteilung, die Berücksichtigung ökologischer Belange und internationale Finanzweltregeln. Außerdem empfahl er den Schülern einseitige Lehrmaterialien abzulehnen und nicht nur die weit verbreiteten Massenmedien zu konsumieren.

Grzega traf auf gut informierte und äußerst diskussionsfreudige Jugendliche, für die er sogar 1 Stunde länger als geplant zur Verfügung stand. Betroffen war Grzega allerdings, dass ein Schüler ihm erzählte, dass ein Schüler allein gegen einseitige Lehrmaterialien nichts ausrichten könnte; er habe es versucht und gelte seitdem als Querulant…

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