Joachim Grzega's Blog

18. Mai 2014

Viel Lob für Studentenprojekt zur Medienpropaganda

Unser Studentenprojekt zur Medienpropaganda kam bei den Besuchern des Europäischen Hauses Pappenheim sehr gut an. Hier der Auszug aus dem jüngster EHP-Newsletter:

18.05.14: Studierende klärten im EHP über die Propaganda bei EU-Themen auf

Viel Lob ernteten die Studierenden der Universität Eichstätt, die im Europäischen Haus Pappenheim (EHP) unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Grzega mehrere EU-relevante Themen und deren Darstellung in europäischen Medien erörterten. EHP-Leiter Grzega verdeutlichte zu Beginn, dass von allen Wahlen die EU-Wahl die meisten Konsequenzen für das Alltagsleben der Bürger haben werde und es für den Alltagsbürger daher gut sei, die Abgabe der Stimme nicht nur Unternehmenslobbyisten zu überlassen. Er hoffe, dass mit diesem Tag die Besucher aufgeklärter mit der Sprache der Medien umgehen könnten und Wort-Schleier beiseite schieben, um Fakten besser wahrzuehmen.

Danach waren die Studierenden an der Reihe. Julia Grauvogl gab einen Gesamtüberblick über das Projekt: Jeder Projektteilnehmer war zum einen Zeitungsspezialist für eines der Länder Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Tschechien. Besonders interessant sei dabei gewesen, dass tschechische Zeitungsüberschriften am neutralsten seien, während die Zeitungsredaktionen anderer Länder häufiger eine manipulative Wortwahl verwendeten. Zum anderen hatte sich jeder Teilnehmer in ein selbst gewähltes Sachthema eingearbeitet. Die Medienanalysen und Faktenchecks wurden den Besuchern in einer Tour durch die einzelnen Räume präsentiert. Dabei wurde man zum Nachdenken und Mitdiskutieren angeregt. Für ausreichend Verpflegung hatte EHP-Mitarbeiterin Wilma Vogel gesorgt.

Die italienische Austauschstudentin Michela de Fornasari verglich die Benennungen der Wirtschaftskrise als Staatsschuldenkrise, Euro-Krise, Euroraum-Krise und Bankenkrise mit den tatsächlichen ökonomischen Daten. Dabei zeigte sie auf, dass Staatsschulden als Folge, aber nicht als Ursache der Wirtschaftskrise gesehen werden können und dass auch Deutschland sich nicht an vereinbarte Inflations- und Lohnziele gehalten hätte. Katharina Marschall blickte auf Wortwahl im Rahmen der Energiewende und verglich mit dem Fortschritt der Energiewende in den jeweiligen Ländern; entgegen dem, was Medien suggerieren, ist Deutschland bei der Energiewende nur im Mittelfeld. Kristina Wucherer blickte auf die Ängste, die im Rahmen der Bevölkerungsentwicklung geschürt werden. Sie zeigte auf, dass immer nur das erwirtschaftete Einkommen einer Gesellschaft auf alle Mitglieder verteilt werden könne und dass die Nicht-Erwerbstätigen niedriger sei als in den 1970er Jahren. Statt über eine durch profitorientierte Unternehmen durchgeführte, risikoreiche Privataltersvorsorge könne die Verteilung dabei über die ursprüngliche staatlich organisierte Rente zuverlässiger geleistet werden. Michael Kahoun verglich das Bild, das über Russland heute und vor sechs Jahren in Zeitungsüberschriften vermittelt wird; er ging dabei vor allem auf die Vielschichtigkeit der Krim-Krise und die Sichtweise Russland ein, die in den Medienberichten meist nicht dargestellt werde. Die Krim-Krise beleuchtete auch Nina Hippler, um zu sehen, welche Zeitungen und Länder stärker von Krieg sprechen und welche eher von Frieden. Sie zeigte, dass die Wendung “Krieg vermeiden” trotzdem das Wort “Krieg” und die damit verbundenen Bilder in den Köpfen der Menschen hervorrufen und dadurch “normaler” machen, was zum Vorteil der Rüstungsindustrie sei. Dabei zeigte sie auch Wege zu einem auf Frieden orientierten Gesprächsstil auf.

Die diskussionsfreudigen Besucher zeigten sich von der Leistung der Studierenden äußerst beeindruckt. Auch Grzega, der seine Kurse nach dem Prinzip “Lernen durch Lehren” gestaltet, war mit den Studierenden zufrieden: Sie hätten gezeigt, dass sie ein Thema sprach- als auch faktenbezogen analysieren können und diese Kenntnisse einem bunt gemischten Publikum souverän vermitteln können. Die Posterpräsentationen der Studierenden können auf Anfrage noch bis 23. Mai im EHP angesehen werden.

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