Joachim Grzega's Blog

9. Juni 2009

Welchen Spaß verträgt ein Kurs?

Filed under: Hochschuldidaktik/Lehre, Varia — Schlagwörter: , — grzega @ 16:08

Diese Frage kam mir bei der recht lockeren Gestaltung meiner letzten Sprachgeschichte-Sitzung.

Da bekanntermaßen auch Spaß das Lernen fördert, versuche ich den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen und dabei eine Art Humor zu wählen, die erstens für mich authentisch ist und zweitens auch beim Publikum ankommt. Auch den Studierenden soll die Möglichkeit zu Scherzen gegeben sein; aber all dies ist auch immer ein Gratwanderung. Die Scherze sollen zum einen ja irgendwie mit dem Stoff verknüpft sein, zum anderen dürfen sie nicht zu lange sein, damit der Stoff zur Ablenkung ausartet statt nur ein kurzer “Verschnaufer” zu sein. Das gilt erst recht, wenn ein Student einen Scherz einbaut. Dies zu unterbinden wirkte zu selbstverliebt. Aber es eben darauf zu achten, dass der Scherz nur kurz ist und dass evtl. an den Scherz wieder Fachliches angeknüpft werden kann.

Beispiel: Eine Studentin stellt die Frage, warum es im Süddeutschen mehr französische Lehnwörter gibt (Trottoir, Canapé) als im Norddeutschen. Ein Student scherzt, dass dies eben an der Weltoffenheit der Süddeutschen liege. Daraus lässt sich eine kurze Diskussion anschließen, welche Motive es für Entlehnungen gibt und ob es so etwas wie einen National-/Regional-Charakter gibt, der auch Auswirkungen auf die Sprachentwicklung hat.

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