Joachim Grzega's Blog

26. Oktober 2016

Manipulation durch Sprache – das Gezeter um CETA

Filed under: Politik, Pragmatik, Sozioökonomische Linguistik — Schlagwörter: , , — grzega @ 21:46

Ist es nicht ein seltsames Demokratie-Verständnis vieler deutscher Medien und Politiker? Sie regen sich darüber auf, dass CETA blockiert wird von einem belgischen Regionalparlament, das den Willen der Bevölkerung umsetzt. Eigentlich müsste man so ein Parlament als Bewahrer und Schützer der Demokratie sehen. Ist es denn Demokratie, wenn dagegen eine Mehrheit von Politikern entgegen dem Willen der Bevölkerung redet? In Deutschland und anderen Ländern liegen Umfragen vor, bei denen sich deutlich mehr Personen gegen CETA aussprechen. Hier Beispiele: (more…)

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17. April 2016

Schöne Abschlussveranstaltung im EHP

Hier der letzte EHP-Newsletter zu meiner Veranstaltung mit 3 Studentinnen einschließlich Rückblick und Verabschiedung aus dem EHP:

Viel Applaus für Studentinnen, stehende Ovationen für Joachim Grzega

Es war die letzte Veranstaltung im EHP als Zentrum für Politik, Kulturen und Sprachen. Der Saal war noch einmal voll besetzt.

Unter der Betreuung von EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega hatten sich Studentinnen der Universität Eichstätt-Ingolstadt anhand von deutschen, französischen, spanischen, polnischen und britischen Zeitungsüberschriften der manipulativen Kraft von Sprache gewidmet. Dazu waren 3 Stationen sowie das EUROLINGUA-Museum aufgebaut, die die Besucher in verschiedenen Gruppen durchliefen. Jede Studentin bot dabei nicht nur ihre Ergebnisse, sondern animierte das Publikum auch zum Mitdenken. Anne Würth demonstrierte die Benennungen verschiedener Regierungschefs: Merkel, Obama, Cameron, Hollande, Tsipras, Assad, Putin. Dabei falle etwa auf, dass Putin am seltensten mit Vornamen genannt werde. Da Vornamen eine gewisse Nähe und positive Emotion vermitteln, könnte ein Grund darin liegen, dass man keine Sympathie aufkommen lassen will. Dazu passe auch, dass er unter den analysierten Personen der einzige ist, bei dem man eindeutig negative Wertungen findet, wie “der böse Putin”. Agnes Giglberger hatte verschiedene Ausdrücke ungleicher Vermögensverteilung untersucht. Bei geringeren Unterschieden in der Vermögensverteilung eines Staates dominieren die weniger scharf klingenden Begriffe „Ungleichheit“ und “Gleichheit”. Ist die Schere größer, überragen die emotionaleren Begriffe „Armut“ und „Reichtum“, auch wenn diese eigentlich einseitig sind und vergessen lassen, dass Armut nur die Kehrseite von Reichtum ist. Carolin Schlosser zeigte Wörter für verschiedene Gruppen von Zuwanderern auf. Grundsätzlich sei dabei von Vorteil, wenn man viele Arten von Zuwanderern unterscheidet, weil dies auch eine differenziertere Sichtweise ermögliche. Allerdings könne dies auch zu wertenden Sprechweisen führen. Wenn zum Beispiel der Worttyp “Migrant” nur mit osteuropäischen Herkunftsstaaten, aber nicht mit westeuropäischen verknüpft wird, werde der Begriff negativ mit Armut verknüpft. Die Genfer Flüchtlingskonvention regele den Begriff “Flüchtling”, schließe dabei aber nicht ein, wenn jemand vor dem Hungertod flieht. Dadurch könne das Wort “Wirtschaftsflüchtling” den Eindruck vermitteln, dass die Flucht nicht wirklich berechtigt sei.

Im Laufe des Abends zog Joachim Grzega auch kurz Bilanz über die weit über 100 EHP-Veranstaltungen. Das EHP habe stets Hilfe für Menschen angeboten, damit man Europa sowohl kulturell als auch ökonomisch besser versteht. Grzega sagte, dass es Bildungseinrichtungen für eine neue Art der Aufklärung bräuchte – echt europäisch, auf der Grundlage von komplexer wissenschaftlicher Beobachtung, aber allgemein verständlich formuliert, manchmal mit einer Prise Humor. Er betonte die zentrale Rolle seiner Sprachlehrkonzepte, die sich auch die Pappenheimer Bürger vorwiegend gewünscht hatten: Er erinnerte an den 91-jährigen Lerner in seinem Basic-Global-English-Kurs, den SprachFitnessStudio-Teilnehmer aus Flensburg, die vielen zufriedenen Teilnehmer seiner Sprach-Not-Arzt-Angebote. Damit hatte er sogar den Sprung ins bayerische Fernsehen geschafft. Des Weiteren freute sich Grzega über Einladungen in alle Regierungsbezirke Bayerns und etliche Orte darüber hinaus: Magdeburg, Lüneburg, Saarbrücken, Stuttgart, Innsbruck. Ferner zeigte er auf, dass er stets im Sinne der gesamten Stadt dachte und Seminare und Tagungen so plante, damit so auch die Innenstadt mit Gästen belebt wurde, auch außerhalb der touristischen Hauptsaison. Weitere Tagungen wären bereits geplant gewesen. Schließlich bedankte er sich auch für die Mitarbeit bei Wilma Vogel, Dr. Bea Klüsener und einigen Vereinen. Alle, die beim Aufbau des EHP mitgearbeitet hätten, könnte auf das Erreichte stolz sein. Im Gegenzug bedankten sich Renate Prusakow vom Heimat- und Geschichtsverein sowie Martin Stehr und Ludwig Schütz vom Städtepartnerschaftsverein bei Grzega für die gute Kooperation und zeigten sich über das Ende des EHP-Betriebs tief betroffen. Bewegt blickte auch 1. Bürgermeister Uwe Sinn auf die Zeit mit Grzega zurück. Grzega habe stets alle Vorgaben des Stadtrats übertroffen, bei inhaltlichen Herausforderungen schnell Lösungen geboten und außerdem zahlreiche international hochkarätige Personen nach Pappenheim gebracht. All dies habe zur Aufwertung Pappenheims und zu einer überregional positiven Werbung für die Stadt beigetragen. Manch einer im Saal hatte eine Träne im Auge und das Publikum dankte Grzega mit stehendem Applaus für dessen Leistung. Er wahrte trotz der wehmütigen Stimmung auch seinen Humor und lud ein, mit ihm in Kontakt zu bleiben. Abschließend präsentierte Grzega seine jüngste Komposition: sie vereint die Wendung “in Frieden” in verschiedenen europäischen Sprachen. Am Ende sang das Publikum mit. Bilder unter http://www.ehp-online.eu.

30. Dezember 2015

Essay „Mehr Balance für mehr Frieden — in Sprache und Ökonomie“

Als EHP-Essay 3 habe ich meinen Beitrag „Mehr Balance für mehr Frieden — in Sprache und Ökonomie“ auf den EHP-Webseiten veröffentlicht.

26. September 2014

Rhetorik und Ökonomie (3)

Mein dritter Beitrag zu Rhetorik und Ökonomie für Flassbeck-Economics ist nun veröffentlicht.

24. September 2014

Rhetorik und Ökonomie (2)

Mein zweiter Beitrag zu Rhetorik und Ökonomie ist auf Flassbeck-Economics erschienen.

22. September 2014

Rhetorik und Ökonomie (1)

Mein erster Beitrag auf www.flassbeck-economics.de ist erschienen. Vorgesehen sind derzeit insgesamt 3 kleinere Beiträge zum Thema „Rhetorik und Ökonomie“.

12. Mai 2014

Studenten zeigen, wie Medien unser Denken über Europa manipulieren

Filed under: Politik, Pragmatik, Sozioökonomische Linguistik — Schlagwörter: , , , — grzega @ 17:08

Am Sonntag, 18. Mai, gibt es von 14 bis 16 Uhr eine Ausstellung zum Zuhören oder Mitmachen, die durchs ganze Europäische Haus Pappenheim (EHP) führen wird. Einige meiner Studierenden werden dabei aufzeigen, wie die Sprache von europäischen Zeitungen unser Denken über Europa manipuliert und manche Sichtweisen behindert. Die Studierenden zeigen dies anhand der von ihnen selbst gewählten Themen Wirtschaftskrise, Ukraine-Krise, demografische Entwicklung und Energiewende. Nach einer diesmal sehr kurzen LdL-Phase im Unterricht gehen die Studierenden also bereits in die Vollen. Darüber hinaus wird es kurze Informationen zu anderen Themen geben. Titel der Veranstaltung: “Aspekte der EU in der europäischen Meinungsmache”. Ziel der Veranstaltung ist es, dass Teilnehmer am Ende ein besseres Gespür für Manipulation in der Mediensprache bekommen. Ich verstehe das als einen Baustein sozioökonomischer Linguistik. Auch für Erfrischungen wird an der Veranstaltung gesorgt. Fremdsprachenkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenlos; es wird dennoch um vorherige Anmeldung bis Samstag, 17. Mai. Gymnasiallehrkräfte der sprachlichen Fächer sowie der Fächer Sozialkunde und Wirtschaft/Recht können die Veranstaltung als Fortbildung besuchen (sie dauert dann bis 16.30 Uhr); eine Anmeldung ist über die Akademie Dillingen oder direkt über das EHP möglich. Bei Interesse kann die Ausstellung auf Anfrage auch noch bis 23. Mai einzeln besichtigt werden.

21. Februar 2010

Westerwelles verantwortungslose Rhetorik

Filed under: Pragmatik — Schlagwörter: — grzega @ 21:53

Die Äußerungen von Guido Westerwelle über Hartz-IV-Empfänger sind derart sarkastisch, infam und perfide, dass ein Sprachwissenschaftler, der sich bei seinem Wirken auch der Gesellschaft verpflichtet fühlt, auf das Wesen von Westerwelles politischer Rhetorik hinweisen muss. (more…)

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